Marchfelder Spargel in aller Munde: erstaunliche Zahlen und ein feines Rezept.
Das Kaisergemüse aus dem Marchfeld.
Schon seit 15 Jahren ist der Begriff „Marchfeldspargel“ innerhalb der Europäischen Union als Ursprungsbezeichnung (g.g.A. = geschützte geographische Angabe) anerkannt. Und was ist das Besondere am Marchfeldspargel? Er zeichnet sich durch sein besonders typisches, feines Spargelaroma aus, enthält weniger Bitterstoffe und besticht durch seine Zartheit. Das günstige Klima (hohe Temperaturmittel) und die speziellen Bodenverhältnisse (lockere Au- und Schwemmlandböden mit hohem Humus-, Löß- und Sandgehalt) des Marchfelds bekommen dem Spargel besonders gut. Dass diese Bedingungen ideal für Spargelpflanzen sind, zeigt sich auch darin, dass der Spargel in seiner Wildform hier heimisch ist.
3 Mal frischer Spargel.
1000 Tonnen Spargel werden heuer im Marchfeld geerntet. Ca. 1/3 davon wird ab Hof, ca. 1/3 direkt an die Gastronomie und ca. 1/3 an den Handel verkauft.
500 Gramm Spargel (also eine Portion) kann den täglichen Bedarf Ihres Körpers an Vitamin C und Folsäure mit über 100 % decken. Vitamin E wird zu 90 %, Vitamin B1 zu 50 % und Vitamin B2 zu 45 % abgedeckt.
280 Hektar beträgt die Spargelanbaufläche im Marchfeld.
93 Prozent beträgt der Wassergehalt des Spargels. Mit ein Grund für die entschlackende Wirkung des Spargels.
50 Prozent des österreichischen Spargels wird im Marchfeld erzeugt.
17 kcal pro 100g! Spargel gehört damit zu den kalorienärmsten Gemüsesorten.
10 Tage bleibt der Spargel frisch, wenn man in ein feuchtes Tuch engewickelt im Kühlschrank lagert.
0,7 kg Spargel hat jeder Österreicher 2008 gegessen. Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland beträgt 1,4 kg, in der Schweiz sogar 1,6 kg.
0 Marchfelder Spargelproben hatten 2001 bei einer im Rahmen eines EU-Monitorings durchgeführten Kontrolle Pestizidrückstände.
Alles über den Marchfelder Spargel (u. a. eine Liste der Ab-Hof-Verkaufsstellen) finden Sie auf der Homepage
Manfred Buchinger, Spargelrezepteur und Haubenkoch im Weinviertel.
Einen besonders schmackhaften Umgang mit dem edlen Gemüse pflegt man in der Niederösterreichischen Wirtshauskultur. Diese weiß den Heimvorteil des Marchfelder Spargels zu nutzen und hat sich kreative Gerichte einfallen lassen – Haubenkoch Manfred Buchinger vom Gasthaus „Zur Alten Schule“ in Riedenthal etwa das unten rezeptierte Spargelgulasch.
Spargelgulasch – das Rezept
Zutaten für 4 Portionen
- 800 g gemischter, geschälter Spargel (dick & dünn, grün & weiß)
- 300 g rote, dickfleischige Paprikaschoten
- 100 g Zwiebel
- 50 g Butter
- 1/4 l klare Spargelsuppe zum Aufgießen (ersatzweise Gemüsebrühe oder Rindsuppe)
- 1 EL Stärke
- 1 gehackte Ölpfefferoni
- Erdäpfeln
- 1 TL Korianderkörner
- 1/16 l Apfelessig
- Salz, Pfeffer, Zucker
Zubereitung
- Stiele und Kerne der Paprika entfernen, Paprika und Zwiebel in grobe Würfel schneiden, in Butter anschwitzen. Mit Salz, Korianderkörnern und Pfeffer würzen.
- Auf mittlerer Flamme ca. 1/4 Stunde dünsten, dann mit der Suppe aufgießen, noch einmal 1/4 Stunde (je nach Wassergehalt der Paprika auch länger – die Sauce sollte dickflüssigen Charakter haben) köcheln lassen.
- Stärke mit etwas kaltem Wasser mischen, einrühren und noch einmal aufkochen lassen.
- Mit dem Stabmixer pürieren und ganz zuletzt den gehackten Ölpfefferoni dazugeben.
- Den in grobe Stücke geschnittenen Spargel kurz in der Sauce knackig dünsten, eventuell noch mit etwas Salz abschmecken und mit frisch gebratenen heurigen Erdäpfeln servieren.
- Tipp: Wenn Sie es richtig scharf mögen, verwenden Sie statt des Ölpfefferonis einen frischen Pfefferoni oder eine Messerspitze Sambal Oelek.